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Das Krankenhaus-TV

BOCHOLT Sabine Spickermann dürfte gestern Vormittag im St.-Agnes-Hospital eine der ersten Patienten gewesen sein, die die Neuerung von ihrem Krankenhausbett aus verfolgte. Als sie mit der Fernbedienung durch die Programme des Fernsehers zappte und auf Kanal 16 gelangte, sah sie bewegte Bilder aus Bocholt. Zu sehen war der Bericht des BBV-tv über den Warnstreik der IG Metall bei Flender. „Das finde ich sehr interessant und eine schöne Abwechslung. So erfahre ich übers Fernsehen, was außerhalb des Krankenhauses hier in der Gegend passiert", freute sich die Isselburgerin über das neue Angebot, das gestern seine Premiere feierte: das Krankenhaus-TV.

Den Kanal 16 gibt es im St.-Agnes-Hospital schon seit vielen Jahren. Bettlägerige Patienten können per TV in ihrem Zimmer die Gottesdienste in der hauseigenen Kapelle live verfolgen. Ansonsten aber blieb auf diesem Kanal der Bildschirm schwarz. Das ist seit gestern nicht mehr der Fall. Nahezu rund um die Uhr - bis auf zwei, drei Stunden in der Nacht, die zur Wartung genutzt werden - sind dort jetzt bewegte Bilder zu sehen.

Die liefert überwiegend das BBV-tv, also das Medium, das seit gut 18 Monaten schon im Internet präsent ist. Gezeigt werden kurze Filme und Nachrichten über lokale Ereignisse aus dem Raum Bocholt, Rhede, Isselburg und Hamminkeln. Aber nicht nur das: „Wir werden den Kanal nun nicht nur für die Gottesdienste nutzen, sondern auch dafür, um krankenhausspezifische Informationen an unsere Patienten weiterzugeben", kündigte der Technische Direktor des Hospitals, Leo Most, gestern an.

So entsteht ein Halb-Stunden-Programm, das ständig aktualisiert wird. Möglich macht das ein kleiner, technischer Apparat sowie ein Internetzugang, den die Firma Bornet extra ins Krankenhaus verlegte. „Wir bringen die Kommunikation und somit ein wenig Abwechslung und ein Stück Normalität bis ans Krankenbett", sagte Bornet-Geschäftsführer Stephan Klaus.

„Das Gerät überprüft jede halbe Stunde, ob das BBV-tv oder das Krankenhaus neue Beiträge produziert hat. Ist das nicht der Fall, füllt es das Programm mit Archivmaterial auf", erklärte Berthold Blesenkemper, Leiter der neuen Medien beim BBV. Die aktuellsten BBV-tv-Filme für die Patienten, aber natürlich auch für deren Besucher werde es immer gegen 17 Uhr geben, so Blesenkemper weiter.

Ludger Hellmann, Geschäftsführer des St.-Agnes-Hospitals, sprach von einer „klassischen win-win-Situation". Das Projekt, das nach seiner Ansicht zumindest im Kreis Borken und im Westmünsterland bisher einmalig sei, nütze sowohl dem BBV-tv als auch dem Krankenhaus und natürlich vor allem dem Patienten. „Er findet nun am Krankenbett ein Stück seiner Lebensumwelt wieder."

Quelle: www.BBV-net.de, Von Ludwig van der Linde


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